Mittwoch, 22. Mai 2013

Umstimmung, Spielegruppe, Malen

Hallo liebe Freunde, Bekannte, Verwandte...,


am 27.Juli geht mein Rückflug nach Deutschland. Dieses Datum hat in letzter Zeit viel mehr Präsenz und Relevanz, wenn ich auf die üblichen Frage antworte, wie lange ich in Indonesien bleibe. Auch in meinen Gedanken ist dieses Datum nun wesentlich präsenter, sprich, auch wenn es noch mehr als zwei Monate in Indonesien sind, so stimme ich mich doch schon langsam auf den Abschied ein. Werde Menschen in der nächsten Zeit zum letzten Mal besuchen, Orte zum letzten Mal sehen... In meinen letzten zwei Monaten habe ich vor viel Zeit mit den Kindern zu verbringen und in aller Ruhe zu genießen.
Heute will ich euch kurz einen Ausflug mit der Spielegruppe schildern, ein bisschen von meiner neuen Leidenschaft dem Malen erzählen und euch vertrösten mit dem Bericht aus den Philippinen. Ich habe noch keine Bilder und werde den Blogeintrag über meine Visaausreise verfassen, sobald ich diese besitze.

Seit nun ungefähr zwei Monaten findet die Spielegruppe - eine Art Kindergarten von montags bis freitags im Waisenhaus statt. Diese wurde vom Waisenhaus initiiert und die Kosten werden dem Waisenhaus als Spende zukommen, sowohl wird aber auch die Kindergärtnerin davon bezahlt. Aufgrund der stattgefundenen Renovierungsarbeiten- Räumarbeiten ist das Waisenhaus mittlerweile ja ein besinnlicher Platz - unteranderem auch für diese Kindergartengruppe und seine Lehrerin. Während ich am Anfang noch problemlos schlafen konnte, hat mittlerweile die Anzahl der teilnehmenden Kinder rasch zugenommen, sodass mir ersteres mittlerweile vergönnt ist. Letztens war auf jeden Fall ein Ausflug in das nahe Kajen geplant. Dort fand eine Art Kirmestreffen für diverse Kindergarten- Spielegruppen statt, die alle in ihren verschiedenen Uniformen anwesend waren. Unsere Kinder sahen aus wie ein bunt zusammengeworfener tobender Haufen, der dieser strengen Richtlinie ein bisschen die Ernsthaftigkeit hat versucht zu nehmen. Doch bald wird auch die Spielegruppe hier ihre eigene Uniform bekommen. So sind wir also mit einem Minibus dort hingefahren. Jono und Mustofa aus dem Waisenhaus ebenfalls, da sie schulfrei hatten. Nach Spaziergang über diese Kirmes, unglaublich vielen schreienden Kindern, zahlreichen Fotos, haben wir noch ein bisschen Ball gespielt, uns ein Eis gegönnt und sind dann wieder zurück gefahren. Ein lustiger, lauter Vormittag, anstatt der morgendlichen "Computerarbeit", der des öfteren wiederholt wird. Ich stehe nicht immer auf, um am Kindergarten teilzunehmen, aber zweimal die Woche helfe ich grundsätzlich mit und habe Spaß mit den Kindern.

Entschuldigt mich, aber die Verzerrung der Bilder war heute nicht zu verhindern, mein Computer ist heute ein bisschen störich.


Eltern und Kinder des Kindergartens

ich war umrundet von verheirateten Frauen und Kindern

und habe mich über jedes weitere Foto gefreut.

das "wohlverdiente" Eis

auch die Kinder sind nicht leer ausgegangen


einer hat wohl nicht verstanden, wo er hinschauen soll...




Wie wohl der ein oder andere von euch weiß, bin ich nicht gerade ein begnadeter Maler. An sich hat es mir aber auch schon immer Spaß gemacht und gehindert hat mich einzig und allein meine mangelnde Ausdrucksfähigkeit. Davon habe ich mich mittlerweile frei gemacht. Wie Bob Marley sagen würde: "emancipate yourself from mental slavery, none but ourselves can free our mind". Also male ich einfach drauf los, habe mittlerweile ein paar Zeichen und Symbole, die ich gerne stellvertretend nutze, und schaue was es dann am Ende wird. Dieses "schauen" ist im Prinzip das Interessante.Wenn ich male oder schreibe, dann löse ich mich in einer gewissen Art und Weise aus der Gegenständlichkeit meines Lebens. Ich werde dann nicht mehr klar von Raum und Zeit umfasst und werde durch ihre Grenzen definiert, sondern verschmelze vielmehr mit ihnen. Es ist dann alles in einem und eines in allem. In diesem Zustand bin ich absoluter Teil einer neu entstehenden Wirklichkeit, die aus meinem Inneren entsteht. In diesen Momenten ist nicht die Ratio Herrscher meiner Selbst, sondern dann schreibt/malt die Intuition, das Schicksal, die Freiheit die tief in mir liegt. Es ist ein Zustand des Schaffens. Dadurch liegt in dem "Kunstwerk" eine unabdingbare Ehrlichkeit, sie schafft persönliche Wahrheiten, weil in diesem Dasein die Lüge nahezu auszuschließen ist. Außerdem überwinde ich so die Vergänlichkeit, die mich ständig umschließt. Sie ist süß, aber auch herb, bitter würde ich nicht sagen. Ich male und schreibe nur für mich. Es ist so was wie eigene Seelentherapie und manchmal bin ich erstaunt, wenn ich im Rückblick erst gewisse Dinge verstehe, die ich geschaffen habe. Inspiriert bin ich dabei durch das Buch "das dialogische Prinzip" von Martin Buber, was wir ganz neue Blickwinkel auf das Leben ermöglicht. So soll das an dieser Stelle reichen, wir wollen uns ein paar Fritten machen und die Kartoffeln müssen noch geschält werden.

Ich melde mich in absehbarer Zeit, bis dann, herzliche Grüße aus Indonesien, Jawa









Aus den verschiedenen Köpfen, es sind wohl insgesamt so 50 an der Zahl, aus denen ich einen großen Kopf zusammengebastelt habe....




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Karanganyar - das Waisenhaus