Sonntag, 3. Februar 2013

Inseln, Fußball und Wasser

Hola, salut, hallo liebe Leser_innen alias Freunde_innen, Familie, Bekannte...,

es gibt ein paar Kleinigkeiten zu berichten. Angefangen mit lustigen Spielen im, ums Waisenhaus herum, ein Fußballspiel, sowie ein Kurzausflug auf ein paar einsame Inseln vor Jawa - Karimun Jawa.
Es ist momentan relativ viel am regnen, wobei die Temperaturen immer noch annehmbar sind und ich trotzdem das ein oder andere Mal nun einen Pullover anziehe - mein Kälteempfinden hat sich also den indonesischen Wetterverhältnissen angepasst, auch wenn nach wie vor der ein oder andere Schweißtropfen rollt. Durch den Regen bedingt haben sich nun schon zwei sehr spaßige Erlebnisse ereignet. Der Fluss nahe dem Waisenhaus (auf älteren Fotos zu sehen) wird seinem Namen nun wirklich gerecht und tobt vor sich her. Das gemütliche Bad in einem ruhigen Flussbecken ist mittlerweile zu einer spaßigen Achterbahnfaht geworden, eingerahmt in schönster Natur und begleitet von mutigen, glücklichen Kindern.. Da kann kein Spaßpark mithalten. Für die vernunftbetonten, sich sorgenden und Hygienefanatiker, ich schätze das Risiko ab und habe immer ein wachsames Auge auf die Kinder - also wenn der Fluss zu groß ist wird kein mandi (Bad) genommen. Darüber hinaus dusche ich mich nach der lustigen Fahrt nochmal ab. In letzter Zeit haben wir außerdem Räuber und Gendarme für uns entdeckt. Wem dies kein Begriff ist: Es werden alle Spieler_innen in zwei Gruppen aufgeteilt und die Gendarmerie muss die Räuber finden und fangen, worauf diese ins Gefängnis kommen, wo sie jederzeit von ihresgleichen per Handschlag wieder in die Freiheit entlassen werden können. Das Spiel endet wenn alle Räuber gefangen sind oder die Polizisten dies in einer gewissen Zeitspanne nicht vermögen. Nach einem ordentlichen Regenguss und daraus resultierendem unermüdlichen Bewegungsdrang war ich als Gendarme in dem Dschungel aus Bäumen und Häusern ums Waisenhaus unterwegs auf der Suche nach Räubern. Bei meinem unbrechbaren Willen die Räuber zu fangen, dauerte es nicht lange bis ich sie in Form von Zaynul hinter einer Hausecke fand. Im blinden Aktionismus bin ich also losgestürmt um ihn zu verbuchten. Ich vergaß allerdings, dass ich mich in fremden Gefilden, noch auf Flip-Flops unterwegs, die ja bekannt für ihre rauen Sohlen sind, befand, sodass ich bei meiner Hatz blindlings volles Rohr um die Ecke gerannt bin (er ist echt sau schnell). In der Konsequenz hat es mich auf matschigem Boden der Länge nach in eine besonders dreckige Pfütze gelegt und bei meinem verzweifelnden Versuch nach Aufrechtigkeit habe ich noch eine Wäscheleine auf Bambuspfählen mit auf die Talfahrt genommen. Begossen wie ein Pudel und dreckig wie eine Wildsau nach der Suhle hatten Nachbarschaft und Kinder einen Heidenspaß an meinem Anblick und meinem Abgang.
Außerdem war gestern und heute Michi/Mischel im Waisenhaus und wir haben uns in kleine Gruppen aufgeteilt und sind dann um das Waisenhaus herumgestöbert auf der Suche nach Plastiktüten etc, um diese an verschiedensten Plätzen mit Wasser aufzufüllen und bei nächster Gelegenheit den anderen ordentlich eine Portion Wasser überzubraten. Da Mischel und ich, patriotisch wie wir sind, ein deutsches Team bilden wollten, um unsere Farben auch mit Stolz und Ehre im Ausland zu repräsentieren, mündeten die indonesischen Gruppen bald in eine, um die beiden deutschen "Riesen" bis auf die Unterhose zu durchnässen. In meinem Fall ist dies auch besonders gut gelungen und nach dem feucht-fröhlichen Spaß haben wir alle noch ein Runde Wasserspaß im Fluss gehabt. Heute haben wir dann zusammen wieder Reis verteilt, wie gehabt mit verschiedenen Stationen u.s.w..
Unter der Woche habe ich mit den Kindern Mischel und Wiebke gemeinsam einen Ausflug nach Pekalongan gemacht, um uns ein Fußballspiel der zweiten indonesischen Liga anzuschauen. Wir hatten unseren Spaß, leider nur 1:1, aber es war ein Erlebnis und auch in den indonesischen Stadien ist Stimmung.
Das Wochenende davor waren mehrere Freiwillige und Mas Eric, ein Freund und Verantwortlicher von IIWC, zu einem Kurzausflug auf Karimun Jawa gestartet. Es waren 1 1/2 herrliche Tage, wobei wir auf grund einer Unwetterwarnung schon früher zurückmussten. Von Schwimmen mit Haien, einsame Sandstrände über schnorcheln, Kokosnuss schlürfen.bis hin zu Gitarren- und Trommelmusik, singen und Sonnenuntergänge. Wiedereinmal durfte ich in meinem Freiwilligendienst dem Himmel auf Erden begegnen. Außderdem waren wir während dieser Zeit mit zwei extrem netten, interessanten Indonesiern unterwegs, die in Semarang in einer Art Künstlergemeinschaft leben. Ich habe beide sofort ins Herz geschlossen aufgrund ihrer Freundlichkeit, Tiefsinnigkeit und  ihrem Humor, sodass ich sagen kann, auch neue Freunde gefunden zu haben. Im Geiste auf jeden Fall. Die Fotos ersparen mir jedes weitere Wort.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Fotos anschauen und demnächst melde ich mich mal wieder. Nächste Woche steht die mittlere Evaluation vor der Tür und bevor Mischel zurück nach Deutschland fliegt, wollen wir noch ein Wochenende in Yogjakarta verbringen (der Tempel...).

Herzliche Grüße

Paul



 die Fankurve


 Irham zum ersten Mail im Stadion


 Karimun Jawa I


 eine "schräge" Palme mit einem "schrägen" Typ


 Karimun Jawa II


 die Unterkunft, umgeben vom Haifischbecken


mhhhh, frisch gefischt, aber nicht für mich


 die Kamera kann Unterwasserbilder


 Karimun Jawa III


 "unser" Fortbewegungsmittel


 schnorcheln macht Spaß, bitte blubbern, lachen ist eher schwer


 Karimun Jawa IV


 Boot, die Westen waren schnell unter Deck


 die Crew


 Karimun Jawa V, die schräge Palme


indah, lovely (der Ort)

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Karanganyar - das Waisenhaus